I-Kino: Barrura Begiratzeko Leihoak – Fenster nach innen

Auch nach Beginn des Friedensprozesses im Baskenland und der einseitigen Entwaffnung der Untergrundorganisation „Euskadi Ta Askatasuna“ (ETA) sind über 600 baskische politische Gefangene in spanischen und französischen Gefängnissen inhaftiert. Echte und angebliche ETA Mitglieder, politische Aktivisten und Journalisten, die der spanische Staat als “Unterstützer*innen von ETA” kriminalisierte. Viele Gefangene sind speziellen Sondergesetzen unterworfen, sitzen hunderte Kilometer von ihrem Heimatort entfernt in Haft oder werden in der Isolationshaft gefoltert, wofür der spanische Staat schon mehrfach vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt wurde. Auch für die Lösung des baskisch-spanisch-französischen Konflikts ist die Frage nach dem Umgang mit den politischen Gefangenen ist ein zentrales Thema. Im Film „Fenster nach innen“ werden fünf baskische politische Gefangene porträtiert.
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Eine politisch aktive junge Frau zählt die Tage bis zu ihrer Festnahme. Ihre Freundin hatte sie nach schlimmer Folter in spanischer Polizeihaft als Mitglied der in Spanien verbotenen und in Frankreich legalen Jugendorganisation Segi angegeben. Ein Mann kehrt nach 17 Jahren Haft zurück in die Gesellschaft. All die Jahre war er in ständig wechselnden Gefängnissen inhaftiert, hunderte Kilometer von seiner Familie entfernt. Eine Mutter nimmt jedes Telefonat mit ihrer inhaftierten Tochter auf und füllt damit 125 Audiokassetten. Sie erlebt, wie der spanische Staat mittels der “Doktrin Parot” die Haftzeit für ihre Tochter um mehrere Jahre verlängert. Ein Professor für Journalismus versucht, sich in der Einsamkeit seiner Zelle selbst zu finden. Als die baskische Zeitung EGIN verboten wurde, wurden er und andere Journalisten, die für EGIN arbeiteten, als angebliche Terroristen verurteilt. Ein ehemaliges Führungsmitglied der ETA baut die Beziehung zu einem Jugendfreund und heutigem Filmemacher wieder auf. „Fenster nach innen“ gibt einen Einblick in die Lebenswirklichkeiten dieser Menschen, jenseits der Tagesaktualitäten und Schlagzeilen.